Gebäude mit Wattle-and-Daub-Flechtwerkwänden
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Flechtwerkwand

Wattle and Daub – Zweige, Lehm und Handwerk. Eine der ältesten Bautechniken der Welt.

Was ist Wattle and Daub?

Flechtwerk trifft Lehm

Das Prinzip ist denkbar einfach: Dünne Zweige werden zwischen senkrechten Pfählen zu einem Geflecht verwoben – dem „Wattle". Dann kommt der Lehm: eine Mischung aus Unterboden, Sand und Stroh, die von beiden Seiten aufgetragen und verputzt wird – das „Daub". Fertig ist eine Wand, die atmet, Wärme speichert und sich wunderbar ins Gesamtgefüge eines Holzständerwerks einfügt.

Die Technik eignet sich vor allem für nicht tragende Innenwände und Zwischenwände. Die Wandstärke liegt typischerweise zwischen 50 und 150 mm – schlank genug für Raumtrenner, aber mit echter thermischer Masse und natürlicher Feuchtigkeitsregulierung.

Flechtwerkwand im Aufbau
Vorteile

Warum Wattle and Daub?

Ideal für Innenwände

Perfekt als Zwischenwand oder Raumteiler – leicht, natürlich und wohngesund.

Lokale Materialien

Zweige, Lehm, Stroh – alles kommt aus der unmittelbaren Umgebung.

Gesundes Raumklima

Diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend – die Wand arbeitet mit dem Raum.

Thermische Masse

Speichert Wärme und gibt sie langsam ab – besonders wertvoll bei der Altbau-Sanierung.

Nachrüstbar

Lässt sich an bestehende Wände anbringen und verbessert so Raumklima und Energieeffizienz.

Selbstbaugeeignet

Überschaubare Technik, wenig Werkzeug – und viel Handarbeit, die sich lohnt.

Wattle and Daub Technik
Material

Flechtwerk & Lehmmischung

Die Basis ist ein tragendes Ständerwerk mit einem Flechtwerk dazwischen. Das Geflecht selbst kann auf verschiedene Arten entstehen:

  • Gespaltene Haselnussruten oder Weidenzweige, zwischen senkrechten Stäben geflochten
  • Bambus, mit Schnüren befestigt
  • Holzleisten oder Spaliere, an Pfosten verschraubt

Die Lehmmischung – Daub – besteht aus lehmigem Unterboden, Sand und Stroh. Sie wird sorgfältig von beiden Seiten auf das Flechtwerk aufgetragen. Zum Abschluss kommt ein Lehm- oder Kalkputz drauf.

Varianten

Drei Konstruktionswege

Klassische Ausfachung

Nicht tragende Ausfachung eines Ständerwerks als Innenwand oder Zwischenwand. Das Flechtwerk wird in die Zwischenräume eingebracht und mit der Lehmmischung ausgefüllt – robust und langlebig.

Doppelwand mit Dämmung

Zwei Flechtwerkwände mit Zwischenraum, gefüllt mit Leichtlehm oder Schafswolle – für spürbar bessere Wärmedämmung.

Energetische Sanierung

Eine zusätzliche Flechtwerkwand an bestehenden Innenwänden erhöht die thermische Masse und verbessert Raumklima und Energieeffizienz.

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