Stroh & Lehmschlämme
Strohleichtlehm ist im Grunde genau das, was der Name sagt: loses Stroh, das mit einer dünnflüssigen Lehmschlämme ummantelt wird. Das Ganze kommt dann als Füllung in die Zwischenräume von Ständerkonstruktionen – zum Beispiel in Fachwerkhäusern oder modernen Holzständerwänden.
Das Spannende daran: Über das Mischungsverhältnis lässt sich steuern, was die Wand am besten kann. Weniger Lehmschlämme heißt mehr Dämmung. Mehr Lehmschlämme bringt mehr Masse – und damit mehr Wärmespeicherung.
Warum Strohleichtlehm?
Natürliche Dämmung
Stroh übernimmt die Hauptarbeit – ordentliche Dämmwerte, ganz ohne Styropor oder Mineralwolle.
Flexibel einstellbar
Mehr Stroh = mehr Dämmung. Mehr Lehmschlämme = mehr Masse. Du entscheidest, was dein Projekt braucht.
Diffusionsoffen
Die Wand kann atmen, reguliert Feuchtigkeit von allein und sorgt für ein angenehmes Raumklima.
Perfekt für Sanierung
Gerade bei Fachwerk-Ausfachungen und Altbau-Sanierungen spielt Strohleichtlehm seine Stärken voll aus.
Lokale Materialien
Stroh vom Bauern nebenan, Lehm aus der Region – kürzere Wege geht kaum.
Gut selbst machbar
Kein Spezialwerkzeug nötig, keine Maschinen – wer anpacken will, kann direkt loslegen.
Was du brauchst
Lehmschlämme (Clay-Slip)
Lehmiger Unterboden wird mit Wasser zu einem dickflüssigen Brei verrührt – das ist die Lehmschlämme. Wie gut sie bindet, hängt vom Tongehalt ab. Ein einfacher Bodentest zeigt dir schnell, ob dein Material taugt.
Stroh
Der eigentliche Star der Mischung. Das Stroh wird mit der Lehmschlämme vermengt, bis jeder Halm gleichmäßig benetzt ist. Wichtig: Die Wandstärke sollte 30 cm nicht überschreiten – sonst trocknet die Wand nicht richtig durch.
Schritt für Schritt
Ständerrahmen
Zuerst steht das tragende Holzständerwerk – die Grundstruktur für alles Weitere.
Verschalung
Beidseitig verschalen, damit die Mischung beim Einfüllen an Ort und Stelle bleibt.
Befüllen
Strohleichtlehm rein, gut verdichten – Schicht für Schicht.
Schalung ab
Direkt nach dem Befüllen abnehmen. Beide Seiten müssen offen sein, damit die Wand trocknen kann.
Trocknen lassen
Jetzt heißt es warten. Je nach Klima und Jahreszeit dauert das mehrere Wochen bis Monate.
Verputzen
Wenn alles durchgetrocknet ist, kommt der Lehm- oder Kalkputz drauf – fertig.
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