Stampflehm-Wand (Rammed Earth) mit sichtbaren Erdschichten – nachhaltige Lehmbauweise
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Stampflehm

Erde, Schicht für Schicht verdichtet – massiv, langlebig, zeitlos.

Was ist Stampflehm?

Pisé – Erde als Baumaterial

Beim Stampflehm wird ein Lehmgemisch schichtweise in eine Schalung eingebracht und verdichtet. Sobald die Schalung entfernt wird, steht eine selbsttragende Wand, die an der Luft aushärtet – ohne Zement, ohne Brennofen.

Das Ergebnis sind extrem feste Wände mit einer Rohdichte von 1.700 bis 2.200 kg/m³ – und einem unverwechselbaren Schichtbild, das jede Wand zum Unikat macht.

Vorteile

Warum Stampflehm?

Extreme Festigkeit

Rohdichte von 1.700–2.200 kg/m³ – Stampflehm trägt Lasten wie Beton, ganz ohne Zement.

Thermische Masse

Speichert Wärme tagsüber und gibt sie nachts ab – natürliche Klimaregulierung ohne Technik.

Fugenlose Böden

Eignet sich nicht nur für Wände, sondern auch für massive, fugenlose Lehmböden.

Langlebig & wartungsarm

Bei fachgerechter Ausführung jahrzehntelang ohne Pflege – die Alhambra lässt grüßen.

Natürliche Farbgebung

Die Farbe variiert je nach Erdmaterial – mit Erdpigmenten lässt sie sich individuell abstimmen.

Lokale Erde

Oft kann der Aushub direkt verwendet werden – minimaler Materialtransport.

Material

Was du brauchst

Die Mischung

Idealer Stampflehm besteht zu 50–75 % aus Kies und Sand und zu 20–35 % aus Schluff und Ton. Die Mischung muss erdfeucht und feinkrümelig sein – nicht zu nass, nicht zu trocken. Ein einfacher Drucktest zeigt, ob die Konsistenz stimmt.

Bindemittel

In Europa wird meist ohne Bindemittel gearbeitet – die Erde bindet durch Verdichtung. Kalk oder Zement sind möglich, beeinträchtigen aber die klimaregulierenden Eigenschaften der Wand.

Technische Abbildung Stampflehm-Wandaufbau – Schichten einer Rammed-Earth-Wand

Schematische Darstellung einer Stampflehmwand

Bauweise

Schritt für Schritt

01

Schalung aufbauen

Eine stabile Schalung errichten, die dem Verdichtungsdruck standhält. Die Qualität der Schalung bestimmt die Genauigkeit der Wand.

02

Schichten einfüllen

Erdfeuchtes Material in 10–15 cm dicken Lagen einbringen – nicht mehr, damit jede Schicht gleichmäßig verdichtet werden kann.

03

Verdichten

Jede Schicht manuell oder maschinell stampfen, bis sie fest und kompakt ist. Hier entsteht die charakteristische Schichtoptik.

04

Schalung entfernen

Sofort nach dem Stampfen möglich – keine Abbindezeit nötig. Die Wand trägt sich selbst.

05

Trocknen lassen

Vollständige Austrocknung abwarten, bevor Lasten aufgebracht werden. Je nach Klima dauert das einige Wochen.

06

Oberfläche behandeln

Optional: Lehmputz, Kalkputz oder Naturöl für zusätzlichen Schutz und eine schöne Optik.

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