
Holzscheite als Baumaterial
Bei der Cordwood-Bauweise werden kurze Holzscheite quer in die Wand eingelegt und mit einem Mörtel verbunden – Schicht für Schicht, bis eine massive Wand entsteht. Das Ergebnis: ein einzigartiges Muster aus Holzquerschnitten, das jede Wand zum Unikat macht.
Auch Glasflaschen oder farbige Elemente lassen sich einarbeiten und erzeugen von innen wunderschöne Lichteffekte.
Holz & Mörtel
Das Holz
Bevorzugt werden leichtere, weniger dichte Hölzer – sie neigen weniger zum Ausdehnen und Schrumpfen und bieten bessere Dämmwerte. Das Holz muss möglichst trocken sein, die Rinde sollte entfernt werden, um Fäulnis und Insektenbefall vorzubeugen.
- Besonders empfehlenswert: Zeder und Kiefer
- Auch andere Nadelhölzer eignen sich gut
- Über 30 verschiedene Holzarten verwendbar
- Lokale Hölzer aus Nachhaltigkeitsgründen bevorzugen
Der Mörtel
- Zementmörtel: Zement, Kalk, Sand und Sägemehl
- Kalkmörtel: Lime-Putty (Kalk, Sand, ggf. Zellstoff) oder Hanfkalkmörtel
- Lehmmörtel: Cob-Mischung aus Sand, Lehm und Stroh
Bei Earth to Wall verzichten wir bewusst auf Zement – deshalb setzen wir ausschließlich auf Kalk- und Lehmmörtel. Beide Varianten sind diffusionsoffen, ökologisch unbedenklich und harmonieren perfekt mit dem natürlichen Charakter der Cordwood-Bauweise.
So wird gebaut
- Wanddicke festlegen (typischerweise 40 cm)
- 10 cm dicke Mörtelschicht auf beiden Seiten auftragen
- Holzscheite durch die gesamte Wanddicke einbetten
- Zwischenräume mit Dämmmaterial füllen (Sägespäne, Stroh-Lehmgemisch oder Schafswolle)
Zwei Methoden
- Klassische Massivwand: Holzscheite direkt in eine massive Wand eingebettet, Zwischenräume mit Mörtel gefüllt.
- Doppelwand-Methode: Zwei dünnere Cordwood-Wände parallel zueinander, der Hohlraum dazwischen wird mit Dämmmaterial gefüllt – für noch bessere Isoliereigenschaften.
Warum Cordwood?
- Jede Wand ein Unikat – individuell und ästhetisch
- Lokale Materialien: Restholz, Lehm, Kalk
- Einfach erlernbar – ideal für Selbstbauer
- Lichteffekte durch eingearbeitete Glasflaschen möglich
- Massiv, langlebig und reparaturfreundlich

Von Skandinavien bis Nordamerika
Cordwood hat Wurzeln in Skandinavien und Osteuropa, wo Holz im Überfluss vorhanden war. Siedler brachten die Technik nach Nordamerika – in Wisconsin und Quebec stehen noch heute Cordwood-Häuser aus dem 19. Jahrhundert.
Heute erlebt Cordwood eine Renaissance in der ökologischen Bauszene. Die Kombination aus einfacher Technik, lokalen Materialien und beeindruckender Ästhetik macht sie besonders attraktiv für Selbstbauer und nachhaltige Projekte.
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