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Wattle and Daub House

Flechtwerkwand

Beim Wattle-and-Daub-Bau wird ein Geflecht aus Zweigen ("Wattle") mit einer Lehmmischung ("Daub") ausgefüllt und verputzt. Diese auch als Flechtwerkwand bekannte Technik wird hauptsächlich für nicht tragende Wände in Ständerwerken eingesetzt.

Wattle and Daub überzeugt durch seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit. Die Wandstärke von 50 bis 150 mm macht die Technik ideal für Trennwände, aber auch für Außenwände. Besonders beeindruckend ist die Möglichkeit, durch doppelwandige Konstruktionen zusätzliche Dämmung einzubringen oder in bestehenden Gebäuden das Raumklima durch erhöhte thermische Masse zu verbessern.

Wattle and Daub Wall in the Making
Ein Blick in die Geschichte

Die Wattle-and-Daub-Technik gehört zu den ältesten Bauweisen der Menschheit. Archäologische Funde belegen ihre Verwendung bei den alten Ägyptern und Römern. In England stehen noch heute mehrere tausend Jahre alte Bauten, die diese Technik nutzen. Auch in Japan hat die Flechtwerkwand als "TsuchiKabe" eine lange Tradition.

Das Material

Die Basis des Wattle and Daub ist ein tragendes Ständerwerk mit einem Flechtwerk, das auf verschiedene Arten gestaltet werden kann.

Traditionell kommen gespaltene Haselnussruten oder Weidenzweige zum Einsatz, die zwischen senkrechten Stäben geflochten werden. Alternativ lassen sich auch Bambus, verholzte Ranken, Holzleisten oder horizontale und diagonale Spaliere verwenden. Die Befestigungsmethode richtet sich nach dem gewählten Material: Während Spaliere oder Latten an senkrechten Pfosten verschraubt werden, erfolgt die Befestigung von Bambus mit Schnüren. Die Lehmmischung (Daub) selbst wird aus lehmigem Unterboden, Sand und Stroh hergestellt und sorgfältig auf das Flechtwerk aufgetragen.

Der Wandaufbau

Die Konstruktion erfolgt in mehreren Schritten:

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  1. Erstellung des Ständerwerks

  2. Befestigung des Flechtwerks je nach Material:

    • Verschraubung von Spalieren oder Latten

    • Flechten von Hasel- und Weidenruten

    • Befestigung von Bambus mit Schnüren

  3. Auftragen der Lehmmischung

  4. Abschließender Lehm- oder Kalkputz

Wattle and Daub Technique

Die Wattle-and-Daub-Technik bietet verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten. In der klassischen Variante dient sie als nicht tragende Ausfachung eines Ständerwerks, wobei das Flechtwerk in die Zwischenräume eingebracht und mit der Lehmmischung ausgefüllt wird.

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Eine innovative Weiterentwicklung ist die doppelte Wattle-and-Daub-Wand, bei der der entstehende Zwischenraum mit Dämmmaterialien wie Leichtlehm oder Schafswolle gefüllt wird.

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Besonders im Bereich der energetischen Sanierung erwies sich eine weitere Variante als effektiv: Eine zusätzliche Wattle-and-Daub-Konstruktion an bestehenden Wänden erhöht die thermische Masse und optimiert dadurch sowohl Raumklima als auch Energieeffizienz.

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