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Cordwood Wall Aesthetics

Cordwood

Bei der Cordwood-Bauweise werden kurze Baumstämme quer in der Wand verlegt und durch eine Mörtelmischung gestützt.

Diese vielseitige Technik eignet sich sowohl für Innen- als auch Außenwände und wird oft als dekoratives Element in Restaurants und Bars verwendet. In Regionen mit geringer seismischer Aktivität können Cordwood-Wände als tragende Elemente dienen, kommen aber häufiger als nichttragende Wände in Kombination mit einer Pfosten-Riegel-Holzkonstruktion zum Einsatz.

Ein Blick in die Geschichte

Cordwood-Häuser sind auf der ganzen Welt zu finden, von Amerika über Europa bis hin nach Asien. In den USA gibt es über 100 Jahre alte Häuser, die auch heute noch in einem ausgezeichneten Zustand sind. In Deutschland wurden sogar Reste von Cordwood-Strukturen entdeckt, die bis zu 1000 Jahre alt sind. Trotzdem ist wenig über den Ursprung und die geschichtliche Entwicklung von Cordwood-Häusern bekannt.

Cordwood Wall with Bottles
Das Material

Die Basis der Cordwood-Bauweise bilden zwei Hauptkomponenten: Holz und Mörtel. Für die Wände werden leichtere, weniger dichte Hölzer bevorzugt, da sie weniger zum Ausdehnen und Schrumpfen neigen und bessere Dämmwerte bieten. Das Holz muss möglichst trocken sein und die Rinde sollte entfernt werden, um Fäulnis und Insektenbefall vorzubeugen. Besonders empfehlenswert sind Zeder und Kiefer, aber auch andere Nadelhölzer eignen sich gut. Insgesamt können mehr als 30 verschiedene Holzarten verwendet werden, wobei lokale Hölzer aus Nachhaltigkeitsgründen zu bevorzugen sind.

Der Mörtel kann auf verschiedene Arten hergestellt werden:

  • Zementmörtel: traditionelle Mischung aus Zement, Kalk, Sand und Sägemehl

  • Kalkmörtel: Lime-Putty (Kalk, Sand, ggf. Zellstoff) oder Hanfkalkmörtel (Hanf, Kalk, Sand)

  • Lehmmörtel: Cob-Mischung aus Sand, Lehm und Stroh

Bauweise und Verarbeitung

Die Konstruktion erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Festlegung der Wanddicke (typischerweise 40 cm)

  2. Auftragen einer 10 cm dicken Mörtelschicht auf beiden Seiten

  3. Einbetten der Holzstämme durch die gesamte Wanddicke

  4. Füllen der Zwischenräume mit Dämmmaterial (Sägespäne, Stroh-Lehmgemisch oder Schafswolle)

 

Cordwood Wall

Cordwood-Wände können nach zwei verschiedenen Methoden errichtet werden. Bei der klassischen Variante werden die Holzscheite direkt in eine massive Wand eingebettet, wobei die Zwischenräume zwischen den Holzstämmen mit Mörtel gefüllt werden. Eine moderne Alternative ist die Doppelwand-Methode, bei der zwei dünnere Cordwood-Wände parallel zueinander errichtet werden. Der entstehende Hohlraum zwischen den Wänden wird mit Dämmmaterial gefüllt, was die Isoliereigenschaften deutlich verbessert.

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