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Cob_Building modern alternative

Cob-Bauweise

Die Cob-Bauweise, ist eine traditionelle Bautechnik, bei der eine Mischung aus lehmigem Unterboden, Sand und Fasermaterial, meist Stroh verwendet wird, um massive monolithische Wände und Strukturen zu errichten.

Faszinierende Eigenschaften

Im deutschen Sprachgebrauch wird die Cob-Bauweise auch als Lehmwellerbau bezeichnet. Wir verwenden jedoch den Begriff "Cob," da dieser sich international etabliert hat und auch im deutschsprachigen Raum zunehmend verwendet wird.

Cob begeistert durch seine außergewöhnliche Vielseitigkeit in der Gestaltung. Die Wände lassen sich in nahezu jede gewünschte Form bringen, wodurch einzigartige, organische Designs entstehen. Besonders beeindruckend ist die Möglichkeit, ungewöhnliche Fenster- und Türformen harmonisch zu integrieren. Doch Cob überzeugt nicht nur ästhetisch: Die Wände speichern Wärme hervorragend und regulieren die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise, was zu einem ausgesprochen angenehmen und gesunden Raumklima beiträgt. Da die Materialien meist lokal verfügbar sind, ist Cob zudem eine nachhaltige und langlebige Bauweise.

Ein Blick in die Geschichte

Cob gehört zu den ältesten Bautechniken der Menschheit. Von Zentralasien über den Nahen Osten bis nach Afrika finden sich beeindruckende historische Bauwerke. Besonders in Großbritannien hat Cob eine reiche Tradition: Seit dem 15. Jahrhundert prägte diese Bauweise die Architektur des Landes. Ein lebendiges Zeugnis dieser Geschichte findet sich in Devon, wo noch heute 20.000 Cob-Häuser stehen. Diese Gebäude beweisen eindrucksvoll ihre Langlebigkeit - viele überdauern problemlos 100 Jahre ohne größere Reparaturen. Britische Siedler brachten die Technik nach Neuseeland, Australien und Nordamerika, wo die Häuser bis heute Wind, Wetter und sogar Erdbeben trotzen.

Die Renaissance des Cob

Nach einem Rückgang während der Industrialisierung erlebt Cob heute eine bemerkenswerte Wiederbelebung. In den USA, besonders in Oregon, entwickelte sich eine moderne Interpretation: der "Oregon Cob". Diese Weiterentwicklung zeigt, wie traditionelle Bautechniken erfolgreich in die Gegenwart übertragen werden können.

Cob Building alternative style
Das Material

Die Kunst des Cob-Baus liegt in der perfekten Mischung seiner Bestandteile. Der lehmige Unterboden fungiert als natürliches Bindemittel, während der Sand für die nötige Stabilität sorgt. Stroh verstärkt die Konstruktion und verleiht zusätzliche Festigkeit. Wasser wird hinzugefügt, um die Masse optimal form- und verarbeitbar zu machen.

Cob-Varianten

Freihändiges Cob 

Bei dieser traditionellen Methode wird die Cob-Mischung direkt von Hand geformt. Schicht für Schicht entstehen so organische Wände, die sich durch individuelle Details wie Nischen oder geschwungene Fensterbänke personalisieren lassen. Diese Technik eignet sich besonders für kreative Projekte, bei denen organische Formen und individuelle Gestaltung im Vordergrund stehen.

Building with Cob

Schalungs-Cob 

Bei dieser Variante wird die Cob-Mischung schichtweise in die Schalung eingebracht und verdichtet. Diese Technik ermöglicht präzise, gleichmäßige Wände ohne aufwendige Nachbearbeitung. Die Methode ist besonders geeignet für Projekte, bei denen geradlinige Wände gewünscht sind oder wo eine effiziente Bauweise im Vordergrund steht.

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